Mach-Bar Konzept

In unserer Gesellschaft gibt es jede Menge ungenutzter oder wenig genutzter Dinge. Wir leben in einem Überfluss an Dingen, Kaufgelegenheiten und -anreizen. Aber Dinge werden nicht plötzlich wertlos, weil wir sie nicht mehr mögen oder brauchen können. Sie behalten ihren Wert, wenn jemand anderes sie weiter nutzt und sich darüber freuen kann. Hauptsache ist, dass wir Produkte so lang wie möglich nutzen. Nichts, was noch „Brauch-Bar“ ist, soll auf dem Müll landen.

Mit unseren Projekten leisten wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und schonen Ressourcen. Hierbei stimmen wir insbesondere mit den globalen Nachhaltigkeitszielen Nummer 11 (nachhaltige Städte und Gemeinden) und Nummer 12 (verantwortungsvoll konsumieren und produzieren) der Vereinten Nationen („SDGs“ ‒ siehe auch www.17ziele.de ) überein.

Unsere Projekte haben zwei Dimensionen. Zum einen geht es darum, Ressourcen zu schonen, und unsere Lebensgrundlage zu sichern. Themen sind Weiterverwenden, Upcycling, Reparieren, verpackungsfreies Einkaufen etc.
Wir möchten einen Raum schaffen, in dem sich Menschen mit ihrem (Konsum-) Verhalten auseinandersetzen können und zum Umdenken angeregt werden.

Zum anderen wollen wir neue Wege des Zusammenlebens finden und Menschen unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen in Kontakt bringen. Unsere Projekte sind niedrigschwellig und offen für alle Menschen, gleich welcher Herkunft, Geschlechts, Weltanschauung, Bevölkerungsschicht etc. Hierzu zählt auch, die Lebenssituation von Flüchtlingen in den Blick zu nehmen und sie zu verbessern.

Unser Fazit:

Produkte so lange wie möglich zu nutzen ist nachhaltig und machbar!
Mit unseren Angeboten möchten wir dazu unterschiedliche Möglichkeiten geben.

Wir sind überzeugt, dass dies auch ein wertvoller Beitrag dazu ist, unsere Stadt Büdingen langfristig attraktiv und lebenswert zu gestalten.

Das Motto: NACHHALTIG LEBEN ist gemeinsam machbar

Brauch-Bar

Der erste Schritt zur Erreichung unserer Ziele ist die Wiedereröffnung der Brauch-Bar.

Die Idee

Viele Leute haben Dinge, die sie nicht mehr gebrauchen können oder wollen. Diese liegen oft nutzlos herum, denn „eigentlich sind sie zu schade zum Wegwerfen“.

Das schrullige Geburtstagsgeschenk, die nie genutzte Vase, die zu enge Jeans oder das nicht top moderne Paar Schuhe – all das mag für den einen keinen Wert mehr haben, für andere hingegen schon. Sie suchen vielleicht genau diese Dinge. Überflüssiges, Ungeliebtes und Ungenutztes kann weitergegeben und verschenkt werden. So geben wir den Dingen wieder einen Wert und reduzieren gleichzeitig Müll.

Wer etwas hat, was er nicht mehr braucht, gibt es im Laden ab. Und wer etwas braucht, was er nicht hat, kann es vielleicht hier bekommen.

Was?

Dinge, die noch gebrauchsbereit und in Ordnung sind, können einfach in der Brauch-Bar abgegeben werden. Haushaltswaren, kleine Elektrogeräte, Bücher, Spielsachen und andere Alltagsgegenstände; vom Kochtopf über die Hose bis zur Brotmaschine und kleine Möbelstücke, die man alleine wegtragen kann, nehmen wir alles, was andere gebrauchen könnten und verschenken es dann an diese weiter. Die Gegenstände müssen unbedingt unbeschädigt und funktionstüchtig sein.

Wer?

Für alle, die ihren Haushalt erweitern oder für Neugierige, die einfach mal schnuppern wollen. Die Brauch-Bar steht allen offen. Alle dürfen sich mitnehmen, was gefällt.
Die Sachen sind für den persönlichen Gebrauch gedacht und sollen nicht weiter-verkauft werden. Deshalb ist die Mitnahmemenge begrenzt.

Die Brauch-Bar ist ein Kostenlosladen. Die Gegenstände werden uns geschenkt, wir verschenken sie weiter. Alle dürfen mitnehmen, was gefällt. Einfach so. Ohne Gegenleistung, ohne Bedürftigkeitsnachweis.

Vielen Gästen der Brauch-Bar geht es weniger ums Sparen, sondern um Nachhaltigkeit.

Hinbringen und Mitnehmen funktionieren unabhängig voneinander.

Die Brauch-Bar wird durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration gefördert. Sie ist der Ehrenamtsagentur „Aktiv in Büdingen“ angegliedert.

Das Motto: weitergeben statt wegwerfen

Reparier-Bar

Einen weiteren Aspekt zum Erreichen der Ziele deckt die Reparier-Bar ab und soll gemeinsam mit der Brauch-Bar wieder eröffnet werden.

Die Idee

Unsere Großeltern reparierten noch mit Erfindungsreichtum defekte Kleidung, Haushaltsgeräte und andere Artikel des täglichen Bedarfs. Heute werden Produkte oft schnell nachgekauft und nicht repariert. Dabei wurden für die Produktion, den Transport und den Verkauf all dieser Produkte wertvolle Ressourcen verbraucht.

Was?

Die Reparier-Bar hilft beim Reparieren, selbständigen Flicken, Löten und Schrauben. So schenkt sie den Produkten ein zweites Leben.

Wie?

Das Team der Reparier-Bar leistet Hilfe zur Selbsthilfe, erklärt und repariert gemeinsam mit den Ratsuchenden Gegenstände mit und ohne Stecker. Damit leistet das Team einen wichtigen Beitrag zum bewussten Umgang mit unseren Ressourcen.

Die Reparier-Bar wird durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration gefördert. Sie ist der Ehrenamtsagentur „Aktiv in Büdingen“ angegliedert.

Es hat sich bewährt, die Reparier-Bar in den Räumen der Brauch-Bar anzusiedeln. Kleinere Reparaturen der abgegebenen Gegenstände können hier durchgeführt werden.

Die enge Kooperation zwischen Brauch-Bar und Reparier-Bar soll in der bisherigen Weise unbedingt fortgeführt werden.

Das Motto: reparieren statt wegwerfen

Kreativ-Bar

Als weiteres Projekt planen wir zukünftig die Einrichtung einer Kreativ-Bar.

Die Idee

Die Kreativ-Bar soll als ein dauerhaft eingerichtetes Atelier die Möglichkeit geben, Workshops durchzuführen, Vorträge anzubieten und Raum für Begegnung sein.

Was?

Es soll Workshops zum Upcyclen, d.h. kreativem Aufwerten von Dingen aus der Brauch-Bar oder auch Mitgebrachtem, geben. Wir wollen aus einfachen Dingen etwas Individuelles herstellen und den Sachen einen besonderen Wert geben. So entsteht aus einem ausgedienten Hemd ein schicker Turnbeutel oder aus alten Jeanshosen ein neuer Bezug für einen zerschlissenen Sessel.

Wer?

Die Workshops stehen für alle Interessierten offen. Ein Beitrag der Teilnehmernden zur Deckung der Kosten ist denkbar.

Bisher:

Durchgeführt wurden bereits Workshops zur Herstellung von Reinigungsmitteln oder Kosmetika, Kerzen wurden aus Wachsresten gegossen. Nähworkshops z.B. zum Upcycling von Kleidung wurden ebenfalls schon veranstaltet.

In Planung ist ein Workshop zum Bau von einfachen Möbeln.

Das Motto: kreativ aufwerten statt wegwerfen

Verleih-Bar

Als vierten Teil des Konzepts wollen wir eine Verleih-Bar aufbauen.

Die Idee

Manche Dinge wie Bohrmaschine, Luftmatratze, Vertikutierer oder Einkochtopf braucht man nur selten, aber sie nehmen viel Platz in den Schränken oder im Keller weg. Besser genutzt würden sie, wenn man sie gemeinsam mit anderen teilt, statt sie alleine zu besitzen.

Wie?

Die Verleih-Bar soll nach dem Prinzip einer Bibliothek funktionieren. Für einen monatlichen oder jährlichen Mitgliedsbeitrag können Dinge wie in einer Bibliothek ausgeliehen und genutzt werden.

Über den Mitgliedsbeitrag wollen wir dazu beitragen, einen Teil der Kosten unserer Projekte zu decken.

Bisher:

Geschirr, Besteck und Gläser, z.B. für Familienfeiern, sind bereits vorhanden und wurden auch schon verliehen.

Mit dem Re-Start der Brauch-Bar wollen wir weiter passende Gegenstände sammeln, um einen Grundstock für die Verleih-Bar aufzubauen.  

Das Motto: gemeinsam nutzen statt alleine besitzen

 

Finanzierung

Die Brauch-Bar und die Reparier-Bar werden noch bis Ende 2024 durch das HMSI gefördert. Bis zu diesem Zeitpunkt muss ein Finanzplan erstellt worden sein, um das Fortbestehen der Projekte zu sichern. Hierzu wollen wir frühzeitig über die Verleih-Bar und Kreativ-Bar Einnahmen generieren.